Kinder aus der Klemme – Informationen für die Eltern

Worum geht es?

Nach einer Trennung können Konflikte zwischen Eltern weiterbestehen oder sich sogar verschärfen. Für Kinder ist dies besonders belastend. Sie geraten zwischen die Fronten, fühlen sich für den Streit verantwortlich, entwickeln Ängste, Wut oder Rückzug. Nicht selten zeigen sich körperliche Symptome oder schulische Schwierigkeiten. 

Das Programm «Kinder aus der Klemme» richtet sich an Familien, in denen solche Konflikte chronisch geworden sind und den Alltag stark prägen. Eltern und Kinder werden dabei unterstützt einen Ausweg aus diesen festgefahrenen Mustern zu finden. 

«Kinder aus der Klemme» verfolgt das Ziel, Familien aus diesen chronischen Konfliktmustern herauszuführen. Eltern sollen lernen, destruktive Verhaltensweisen bei sich zu erkennen und zu verändern, sodass ihre Kinder wieder in einem ruhigeren, stabileren Umfeld aufwachsen können. Gleichzeitig erhalten die Kinder Raum, ihre eigenen Stärken zu entdecken und in der Gruppe mit anderen Kindern Entlastung zu erfahren. Das übergeordnete Ziel ist es, mehr Sicherheit, Zuversicht und emotionale Stabilität für die gesamte Familie zu schaffen.

Das Programm richtet sich an Trennungs- und Scheidungsfamilien, in denen der Konflikt zwischen den Eltern über längere Zeit andauert und den Alltag massiv prägt. Angesprochen sind Eltern, die bereit sind, Verantwortung für ihren eigenen Beitrag zum Konflikt zu übernehmen und Veränderung zu zulassen. Kinder können ab einem Alter von 4 Jahren teilnehmen und erhalten einen geschützten Rahmen, um ihre Erfahrungen zu teilen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Laufende juristische Verfahren müssen während der Programmdauer sistiert werden. Die Teilnahme beider Elternteile und der Kinder am ganzen Programm ist verpflichtend. 

Das Programm dauert insgesamt rund sechs Monate und umfasst zwei Vorbereitungsgespräche sowie acht Gruppentreffen von jeweils zwei Stunden. In jeder Durchführung arbeiten sechs getrennte Elternpaare als Gruppe zusammen, begleitet von zwei Therapeut:innen. Parallel dazu treffen sich die Kinder in einer eigenen Gruppe mit zwei Kindertherapeut:innen, die eine sichere und unterstützende Atmosphäre schaffen. Zum Start des Programms findet ein Netzwerkanlass statt, an dem Bezugspersonen, Fachstellen und Interessierte über Ziele, Vorgehen und die unterstützende Rolle des persönlichen Netzwerkes informiert werden.